Montag, Februar 14, 2011

Freundschaft Plus - Spiel nach Plan


USA 2011

++1/2

Teil 3 der Natalie-Portman-Festspiele: Nach Black Swan und Brothers wechselt die Oscar-Anwärterin das Fach und versucht sich erstmals in einer romantischen, ganz nach Hollywoodmuster gestrickten Komödie. An der Seite von Co-Star Ashton Kutcher und unter der Regie von Komödien-Veteran Ivan Reitman spielt sie eine junge Ärztin, die sich bei regelmäßigen Sex-Dates in ihren besten Freund verliebt (und dieser sich in sie). Der Film bedient alle Vorgaben an einen harmlosen und doch unterhaltsamen (Nach-)Valentinstag-Kinobesuch.

Filmkritk:

Am 14. Februar ist Valentinstag. Pünktlich zu diesem Datum der Frisch- und Immer-Noch-Verliebten bietet der Kinospielplan das passende Begleitprogramm. Dazu zählt bevorzugt romantische Kost, gerne mit komödiantischem Einschlag, bekannten Gesichtern und einer weitgehend überraschungsfreien Geschichte. Letzteres ist weniger ein Kritikpunkt denn ein beabsichtigter Schachzug, schließlich spielt der Film nicht selten nur eine Nebenrolle. Da hilft es, wenn die Handlung stets übersichtlich bleibt. Überhaupt scheinen Überraschungen in diesem Genre kaum erwünscht zu sein und so liegen zwischen Vor- und Abspann meist keine unüberwindbaren Hindernisse.

Für Freundschaft Plus gelten all die eingangs erwähnten Spielregel. Mit der Besetzung von Natalie Portman und Ashton Kutcher schielt der Film auf ein junges Zielpublikum, das seine Entscheidungen an der Kinokasse vor allem spontan und anhand der Prominenz der Darsteller trifft. Die zwei Hollywoodstars spielen hier zwei Menschen, denen die Liebe letztlich ihre Planung einer unverbindlichen Sex-Freundschaft durchkreuzt. Adam (Kutcher) und Emma (Portman) kennen sich schon seit ihrer Pubertät. Über die Jahre treffen sich beide immer mal wieder, meist jedoch nur für kurze Zeit. Das ändert sich erst, als Adam von seiner Freundin verlassen wird, und er daraufhin unter nicht unerheblichem Alkoholeinfluss eine zufällige, in seinem Handy gespeicherte Nummer anwählt.

Der Zufall trifft Emma, die als Ärztin einem ziemlich stressigen Job nachgeht und die sich daher auf keine echte Beziehung einlassen will. Sie und Adam sind sich einig, dass sie miteinander nur Spaß haben wollen. Obwohl – oder gerade weil – der Sex für beide so erfüllend ist, merken sie irgendwann, dass trotz aller Bekenntnisse mehr als nur freundschaftliche Gefühle im Spiel sind. Dies ist auch der Zeitpunkt, ab dem die unkomplizierte Bettgeschichte plötzlich kompliziert zu werden droht. Emma und Adam müssen sich entscheiden, was sie wollen.

Während Natalie Portman ihre Wandlungsfähigkeit zuletzt erneut eindrucksvoll in Filmen wie der Oscar-Hoffnung Black Swan und dem Anti-Kriegs-Drama Brothers eindrucksvoll unter Beweis gestellt hat, bedient Kutcher stets die Rolle des jugendlichen Herzensbrechers – so auch hier. Im Gegensatz zu Portman, die eigentlich noch nie in einer klassischen Hollywood-RomCom auftrat, ist er in romantischen Komödien ohnehin längst ein gern gesehener Stammgast. Dementsprechend routiniert spult er auch dieses Mal sein Repertoire ab, wobei der Fairness halber gesagt werden muss, dass Geschichte und Rollenvorgabe nur sehr begrenzt Experimente erlauben. Vielmehr verläuft die Dramaturgie des Plots entlang den bekannten Leitplanken des Genres. Bemerkenswert ist, dass sich der Film für amerikanische Verhältnisse zumindest verbal recht offen und ungezwungen über Sex auslässt.

Ivan Reitmans Regie merkt man die ganze Erfahrung aus über 30 Berufsjahren an. So funktioniert Freundschaft Plus unter der Maßgabe eines glatt geschliffenen Date-Movies recht passabel. Die Pointen sind gut getimt ohne zu überraschen, das Tempo erscheint angemessen und sogar die wenigen ernsten Momente fühlen sich dieses Mal nicht wie ein störender Fremdkörper an. Mit der Besetzung der Nebenrollen gelingt dem Film zudem ein großer Wurf. Reitmans alter Weggefährte Kevin Kline ist als Adams peinlicher Casanova-Vater der eigentliche Star. Im Zusammenspiel mit „Mumblecore“-Actrice Greta Gerwig und Juno-Sidekick Olivia Thirlby lässt er Kutcher und auch Portman ziemlich blass aussehen.

Für Programmkino.de.

1 Comments:

Anonymous Anonym said...

Es ist im Prinzip eine RomCom nach Schema F - da hast Du Recht, Beert. Ich schätzte einige gute/witzige Dialoge in diesem Film. Ansonsten fand ich das alles nicht wirklich rund erzählt (besonders die große Zahl an Nebenfiguren mit beliebigen Verschwinden und wieder Auftauchen während des Films störte mich). Und Natalie Portman sieht mit Ende Zwanzig schon aus wie eine abgehalfterte Upper East Side Hausfrau.

Februar 15, 2011 1:28 vorm.  

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