Mittwoch, Februar 13, 2008

John Rambo - I am Legend


USA 2007

Ohne Wertung

Er ist zurück. Der Inbegriff des ehrbaren, zähen, rauen und testosteronstrotzenden Kämpfers: John Rambo. 26 Jahre nach First Blood und 20 Jahre nach Teil 3 wollen es er und der mit seiner Figur untrennbar verbundene Sylvester Stallone noch einmal wissen. Nachdem Sly erst vergangenes Jahr mit Rocky Balboa eine andere amerikanische Kino-Legende aus dem Altenteil zurück auf die Leinwand holte, steht nun das Comeback einer überlebensgroßen, amerikanischen Action-Ikone an. Wie schon in Teil 1 bis 3 sind auch in John Rambo deren Insignien allgegenwärtig: Der mürrische Blick, das sture Gemüt, Pfeil und Bogen, das rote Kopftuch. Rambo lebt allein und zurückgezogen im thailändischen Dschungel. Die Welt da draußen interessiert ihn schon lange nicht mehr. Stattdessen versucht er, Ärger - wenn möglich - aus dem Weg zu gehen. Es scheint, als sei er des Töten überdrüssig.

Als eine Gruppe christliche Missionare ihn bittet, sie auf seinem Boot über die Grenze ins benachbarte Birma zu bringen, braucht es schon einiges an Überredungskunst, damit er ihnen diesen Wunsch erfüllt. Einige Wochen später erfährt er, dass die Missionare von ihrer Reise nicht zurückgekehrt sind. Vermutlich sind sie birmanesischen Militärs in die Hände gefallen. Zusammen mit einer Gruppe Söldner bricht Rambo schließlich zu seiner letzten Mission auf.

„Lebe für nichts oder stirb für etwas!“ lautet die Überschrift über das vierte Rambo-Abenteuer, das nichts von vornehmer Zurückhaltung hält, sondern von der ersten bis zur letzten Minuten lieber richtig – Verzeihung – auf die Kacke haut. Stallone schraubt den Body-Count auf ein Niveau gegen das selbst der schießwütige dritte Teil nicht ankommt. Dabei macht John Rambo trotz aller blutigen Gewaltexzesse und in Nahaufnahme gezeigten Perversitäten einfach Spaß. Natürlich spielt wie schon bei Rocky auch hier der Nostalgiefaktor eine nicht zu unterschätzende Rolle. Ohne die Erinnerung an die Good Ol’ Days wäre Rambo nicht halb so überzeugend.

Teil 4 bietet Action im Überfluss, die unverfälscht, roh und unbarmherzig daherkommt. Das fühlt sich nicht nur wegen Stallone zu jeder Zeit einfach richtig Oldschool an. Mit den Schergen des birmanesischen Militärs verfügt der Film zudem über eine einfache, aber wirkungsvolle Riege an „Very Bad Guys“, denen Rambo einen nach dem anderen eine schmerzhafte Lektion erteilen darf. Zuweilen hart an der Grenze zur Parodie verkörpert John Rambo dabei die ultimative Kinofantasie für harte Kerle mit weichem Kern. Blutüberströmt und verschwitzt im Regen zu stehen, den Körper voller Dreck und das selbstgeschmiedete Messer in Händen haltend, was kann es Schöneres geben?

6 Comments:

Anonymous Grammaton Cleric said...

Oh Mann, ich kann's kaum erwarten - so ein Mist, dass es in Stuttgart keine PV gabe! :-(

Februar 13, 2008 2:06 nachm.  
Blogger Marcus kleine Filmseite said...

nanananana ;))

wirklich alles herrlich over-the-top. fast jedes bild ein kniefall vor dem, was action-kino alter schule bedeutet.

Februar 13, 2008 6:09 nachm.  
Anonymous bullion said...

...und ich habe noch nie/never ever einen Rambo-Film gesehen. Da kann ich nun schlecht mit dem vierten Teil einsteigen. Anscheinend eine wahr filmische Bildungslücke.

Februar 13, 2008 7:26 nachm.  
Anonymous der Rote said...

Habe ihn soeben in einer Preview gesehen. Unglaublich stumpf. Abruptes Ende. Wahnsinn.

Februar 13, 2008 10:41 nachm.  
Blogger Marcus kleine Filmseite said...

@ buillon

ach was, kenntnis der ersten drei teile ist für das verständnis des films nicht erforderlich, höchstens für den genuss.

@ der feine rote

ja klar! stumpf, übertrieben, voll auf die zwölf und gerade deshalb so unterhaltsam!

Februar 13, 2008 11:11 nachm.  
Blogger Mr. Vincent Vega said...

Mit dem gewissen Bekenntnis zur Ironie - d'accord.

Februar 14, 2008 2:00 nachm.  

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